"Einfach Loslegen und dran bleiben!"

vor 2 Monaten
"Einfach Loslegen und dran bleiben!"

Wer Spitzenqualität liefern will, muss sich an internationalen Standards messen lassen. Deshalb stellen wir uns regelmäßig den anspruchsvollen Prüfungen unabhängiger Auditoren. Auch in diesem Jahr haben wir unser Drahtwerk wieder überprüfen lassen – mit Erfolg: Die Zertifizierung nach IATF 16949 gilt weiterhin.

Dazu kommt unsere neue Zertifizierung im Bereich Energie-Management nach den Standards von ISO 50001:2018.

Für die Organisation und Begleitung der Audits verantwortlich waren Oliver Jost (Leiter Qualitätsmanagement) und Nils Dönges (Projektmanagement). Im Interview berichten sie, wie der Ablauf war, welche Schwerpunkte gesetzt wurden und was die Zertifizierungen für Finkernagel bedeuten.

Herzlichen Glückwunsch zur erfolgreichen ersten Zertifizierung des Energiemanagement-Systems! Welche Rolle habt ihr im Prozess übernommen?

Dankeschön. Nils hat im Rahmen des Projektes die Hauptarbeit bei der Umsetzung der Normforderungen in das Energiemanagement-System geleistet, ich durfte meine langjährige Erfahrung im Bereich Managementsysteme in das Projekt mit einbringen, indem ich unterstütze, wie einzelne Anforderungen zu interpretieren und in das bestehende Unternehmensmanagement-System zu integrieren sind.

Warum ist diese neue Zertifizierung für das Drahtwerk so wichtig?

Natürlich haben wir uns schon seit je her mit Energieeffizienz beschäftigt. Mit einem zertifizierten Energiemanagement-System wird jedoch transparenter, wie sich eingeführte Verbesserungsmaßnahmen auf die Energieeffizienz auswirken. Damit lassen sich Investitionsentscheidungen auf einer soliden Datenbasis treffen, wir sind dadurch deutlich sicherer in der Entscheidungsfindung.

Welche Vorteile bringt sie den Kunden von Finkernagel – und welchen internen Nutzen hat sie für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter?

Es wird ein viel größerer Fokus auf mögliche Energieverschwendung gelegt, für unsere Kunden hat das den Vorteil, dass wir zu wettbewerbsfähigen Preisen unsere Produkte anbieten können. Unsere Kunden und Mitarbeitenden können sich dabei darauf verlassen, dass wir weiterhin ein stabiler, verlässlicher Partner im Markt sind und die Arbeitsplätze bei Finkernagel sicher sind.

Wie läuft so ein Zertifizierungsprozess konkret ab?

Der Zertifizierungsprozess setzt sich grob aus drei aufeinanderfolgenden Projektphasen zusammen. In der ersten Phase baut man das Energiemanagement-System entlang der einzelnen Normkapitel auf. Die Identifikation der SEUs (sicnificant energy user) und die Validierung der Kennzahlen mittels Bestimmtheitsmaß ist einer von vielen Schritten. In der zweiten Phase überprüft die zertifizierende Person anhand eines Dokumentenchecks, ob alle Dokumentationsanforderungen berücksichtigt wurden. In der dritten Phase erfolgt dann die eigentliche Zertifizierung des Systems, indem man für alle Normanforderungen Nachweise der korrekten Umsetzung vorlegt, die durch den Auditor überprüft und bewertet werden.

Gab es besondere Herausforderungen oder Hürden, die überwunden werden mussten?

Als eine der größten Herausforderungen zeigte sich für uns, spezifische Kennzahlen zu entwickeln, die uns konjunkturunabhängig die tatsächliche Energieeffizienz einzelner Prozesse aufzeigen. Dazu mussten wir viele Szenarien durchspielen, um die geeigneten Kennzahlen zu ermitteln.

Welche Tipps habt ihr für Unternehmen, die noch ganz am Anfang ihrer Zertifizierungs-Vorhaben stehen?

Wie schon vorab erwähnt haben wir nicht bei Null angefangen und hatten seit langer Zeit Energiekennzahlen wie kW/to in unser Controlling implementiert. Das Zertifikat ist für uns das "Tüpfelchen auf dem I" und wir konnten unser bestehendes System erweitern und verfeinern. Mein Tipp: Die Norm bietet gute Leitplanken und wenn man sich systematisch durch das Regelwerk arbeitet, wird die scheinbar unlösbare Aufgabe in kleinere Aufgaben aufgebrochen. Also einfach loslegen und dran bleiben!

Zum Hintergund:
Die IATF 16949 ist der weltweit anerkannte Qualitätsmanagement-Standard für die Automobilindustrie und ergänzt die ISO 9001 mit spezifischen Anforderungen für Zulieferer. Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung von Systemen und Prozessen, um die Produktqualität zu steigern, Fehler zu vermeiden und Verschwendung in der Lieferkette zu reduzieren. Eine Zertifizierung ist oft Voraussetzung für die Belieferung von Automobilherstellern und stärkt die Marktchancen von Unternehmen in der Automobilbranche.